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Medizin · News

22.12.2006
Tran verbessert Sprachentwicklung und Auge-Hand-Koordination bei Kindern

Perth – Konsum von Fischtran während der Schwangerschaft kann die Entwicklung des geborenen Kindes fördern. Wissenschaftler der University of Western Australia in Perth haben dies nun in einer Studie untersucht. Das Fachblatt Archives of Disease in Childhood publizierte die Ergebnisse online (doi:10.1136/adc.2006.099085).

Die australischen Wissenschaftler untersuchten die Auswirkungen von Trankonsum an 98 schwangeren Nichtraucherinnen, die angaben, nicht mehr als zwei fischhaltige Mahlzeiten in der Woche zu sich zu nehmen. 83 der Teilnehmerinnen beendeten die Studie. Die Schwangeren erhielten ab der 20. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt des Kindes täglich entweder vier Gramm Tran oder Olivenöl.

Zweieinhalb Jahre nach der Geburt untersuchten die Forscher die Entwicklung der Kinder. Sie analysierten dabei Wachstum, Sprachfähigkeiten, Verhalten, Urteilsvermögen und Auge-Hand-Koordination anhand validierter Tests. An diesem Teil der Studie nahmen 33 Kinder aus der Trangruppe und 39 aus der Oliveölgruppe teil.

Beim Wachstum konnten die Wissenschaftler keinen signifikanten Unterschied zwischen beiden Gruppen ausmachen. Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft Tran erhalten hatten, zeigten jedoch ein besseres Sprachverständnis, bildeten komplexere Sätze und hatten einen größeren Wortschatz. Zudem schnitten diese Kinder signifikant besser bei Tests zur Auge-Hand-Koordination ab. Diese Beobachtungen bestätigten sich auch unter Berücksichtigung von potentiellen Einflussgrößen, wie dem Alter der Mutter und der Stilldauer.

„Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Zusatz von stark Omega-3-Fettsäurenhaltigem Tran in der zweiten Schwangerschaftshälfte die Hirnentwicklung fördern könnte. Zumindest habe der Tran keine negative Wirkung auf das Wachstum und die Entwicklung des Nervensystems“, so die Forscher. Sie wiesen darauf hin, dass wegen der Bedenken über den Quecksilbergehalt von Fischprodukten, die Popularität von pharmazeutisch hergestellten Fischölzusätzen steigt. © hil/aerzteblatt.de



Links zum Thema
» Abstract in den Archives of Disease in Childhood
» University of Western Australia, Perth


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