Medizin · News
27.07.2010
Warum das Leben auf dem Bauernhof vor Allergien schützt
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| dpa |
Bochum – Arabinogalaktan, ein pflanzliches Zuckermolekül, könnte vor allergischen Erkrankungen schützen. Es verhindert überschießende Reaktionen des Immunsystems, wenn man es in hohen Konzentrationen innerhalb des ersten Lebensjahres einatmet.
Diese Entdeckungen machten Wissenschaftler um Marcus Peters von der Ruhr-Universität Bochum. Sie publizierten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Journal of Allergy and Clinical Immunology (DOI:10.1016/j.jaci.2010.05.011).
Kinder, die auf Bauernhöfen aufwachsen, sollen seltener an Allergien und allergischem Asthma leiden. Der zugrunde liegende Mechanismus blieb bisher jedoch im Verborgenen.
Die Wissenschaftler untersuchten in ihrer Studie Stallstaub, der in den Stallungen von verschiedenen Bauernhöfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz stammte. Bei der Analyse des Staubes zeigte sich, dass dieser zu zehn Prozent aus dem Zuckermolekül Arabinogalaktan besteht.
Bei Mäusen zeigte sich bei der Anwesenheit von Arabinogalaktan-Molekülen in Kombination mit Allergenen eine Veränderung von immunologischen Mechanismen. So produzierten die antigenpräsentierenden dendritischen Zellen einen Botenstoff, das Zytokin IL-10, das die Immunreaktion dämpft.
Insgesamt basiere dieser Mechanismus auf der Konzentration von Arabinogalaktan, in kleineren Konzentrationen könne es Allergien auslösen, in großen Dosen und sehr früh im Leben aber auch verhindern, erklärte Peters.
Ob sich Arabinogalaktan zur Prophylaxe oder auch zur Therapie von Allergien und allergischem Asthma einsetzen lässt, bleibt jedoch noch zu untersuchen. © rme/aerzteblatt.de
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