Rom – Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO für Food and Agriculture Organization) hat ihre Mitgliedsländer aufgefordert, die Prävention und Kontrolle von Zoonosen zu intensivieren. Für die Tollwut wurde eine Informationsseite im Internet eingerichtet.
Etwa 200 Krankheiten können von Tieren auf den Menschen übertragen werden. Die Erreger dieser Zoonosen können Prionen, Viren, Bakterien, Pilze, Protozoen oder Helminthen sein. Am bekanntesten ist vermutlich die Influenza, deren Viren Menschen, Geflügel, Schweine und andere Tiere infizieren.
Die jährlichen Grippewellen sind auf die Änderung des Genpools beim Wechsel zwischen den Spezies zurückzuführen. Am meisten gefürchtet wird die Tollwut, die nach dem Ausbruch der Erkrankung stets tödlich endet.
Nach Informationen der FAO erleiden die Volkswirtschaften durch Zoonosen hohe Verluste. Allein für die kurze Sars-Epidemie in 2002/2003 werden die Kosten für die betroffenen Länder China, Hongkong, Singapur und Kanada auf 30 bis 50 Milliarden US-Dollar beziffert.
Die Gefahr ähnlicher Epidemien steigt laut FAO von Jahr zu Jahr, nicht nur, weil der Viehbestand von derzeit 21 Milliarden Tiere bis 2020 um 50 Prozent ansteigen werde. Infolge der Urbanisierung würden die Tiere auch immer häufiger in der Nähe der Wohnungen gehalten.
Gefahr geht insbesondere von besitzerlosen Tieren aus. Gerade die steigende Zahl der streunenden Hunde bereitet der FAO Kopfzerbrechen. Diese gehören zu den Überträgern der Tollwut (Rabies). An der Rabies sterben nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr weltweit mehr als 50.000 Menschen, vor allem in Asien und Afrika. Die Viren werden meistens durch Hundebisse übertragen. Zwischen 30 und 60 Prozent der Opfer sind Kinder unter 15 Jahren.
Todesfälle sind nach Einschätzung der WHO vermeidbar, wenn sofort nach dem Biss eine Postexpositionsprophylaxe erfolgt. Sind jedoch bereits Symptome der Erkrankung aufgetreten, kommt in der Regel jede Hilfe zu spät.
Um die Regierungen der betroffenen Länder auf das Problem aufmerksam zu machen, veranstaltet die Global Alliance for Rabies Control, eine Non-Profit-Organisation, jährlich im September einen Welt-Tollwut-Tag. Dieser Tage wurde zusätzliche eine Website zur Erkrankung veröffentlicht.
© rme/aerzteblatt.de
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