» Volltextsuche

Medizin · News

28.07.2010
Respiratorische Probleme bei späten Frühgeburten

Chicago – Auch bei einer späten Frühgeburt ist das Risiko auf respiratorische Komplikationen für das Neugeborene erhöht. Laut einer Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2010; 304: 419-425) sind selbst Kinder, die in der 37. Woche geboren wurden, gefährdet. In diese Zeit fallen viele elektive Kaiserschnitt-Entbindungen, die oft ohne medizinische Indikation auf Wunsch der Schwangeren durchgeführt werden.

Das Atemnotsyndrom (Respiratory distress syndrom, RDS, und Hyaline membrane disease, HMD) ist Folge einer Reifestörung der Lunge und damit eine typische Folge von Frühgeburten. Bei Kindern, die in der 34. Woche geboren wurde, war nach einer Auswertung, die Judith Hibbard, Universität Chicago, für das „Consortium on Safe Labor“ durchgeführt hat, jedes zehnte Neugeborene betroffen.

Dies entspricht den Ergebnissen früherer Untersuchungen, die nach Ansicht der Autorin aber vernachlässigt haben, dass das Risiko auch bei einer späteren Frühgeburt erhöht ist, auch wenn die Häufigkeit natürlich mit zunehmendem Gestastationsalter stetig abnimmt.

Die Gynäkologin hat die Daten von fast 20.000 späten Frühgeburten an 19 US-Kliniken im Zeitraum von 2002 bis 2008 ausgewertet. Sie kann nachweisen, dass die RDS/HMD in der 37. Woche mit einer Häufigkeit von einem Prozent zwar selten ist, sie war aber dreifach häufiger als bei Kindern, die am Termin (39.-40. Woche) geboren wurden.

Auch das Risiko auf andere respiratorische Erkrankungen, von einer transienten Dyspnö des Neugeborenen über eine Pneumonie bis hin zum Atemversagen und der Notwendigkeit einer Beatmung waren signifikant erhöht.

In den USA kommen mittlerweile 9 Prozent aller Kinder als späte Frühgeburten zur Welt. Der hohe Anteil wird auch auf eine steigende Zahl von elektiven Kaiserschnitten zurückgeführt, die auf Wunsch der Schwangeren durchgeführt werden. Um den spontanen Wehen zuvorzukommen, wird die Geburt oft schon vor der 38. Woche eingeleitet. © rme/aerzteblatt.de



Links zum Thema

Abstract der Studie
Pressemitteilung von JAMA
Pressemitteilung der University of Illinois at Chicago
Consortium on Safe Labor


Weitere News
Archiv