Rockville – Die US-amerikanische Arzneibehörde FDA hat erstmals ein Medikament zur Behandlung der Sialorrhö bei Kindern zugelassen. Das Parasympatholytikum Glycopyrrolat darf bei Patienten im Alter von 3 bis 16 Jahren eingesetzt werden.
Ein gesteigerter Speichelfluss kann im Rahmen von neurologischen Krankheiten auftreten, die häufig mit Schluckstörungen einhergehen. Die Sialorrhö ist an sich nicht gefährlich, das sogenannte Geifern kann aber für die Patienten und ihre Angehörigen sehr unangenehm sein.
Da Glycopyrrolat, das den Speichelfluss über die kompetitive Inhibitor am Acetylcholinrezeptor hemmt, seit langem in der Anästhesie eingesetzt wird, war die “off-label”-Anwendung verbreitet. Studien zur Sicherheit des Einsatzes bei Kindern lagen aber nicht vor. Schließlich entschloss sich der japanische Hersteller Shionogi zu einer Phase-III-Studie, deren Ergebnisse die FDA jetzt überzeugt haben.
Die orale Lösung führte bei 75 Prozent der Kinder und Jugendlichen zu einer Besserung der Sialorrhoe (gegenüber 19 Prozent im Placebo-Arm). Die Therapie hat sich als sicher erwiesen (wenn die Kontraindikationen beachtet werden). Sie ist aber nicht ohne Nebenwirkungen, zu denen häufig ein trockener Mund, Erbrechen, Obstipation und eine verstopfte Nase gehören.
© rme/aerzteblatt.de
Weitere News
|
Archiv
» Mai 2010
» Mai 2009
» Mai 2008
» Mai 2007
» Mai 2006
|