Regensburg – Nur wenige Ärztinnen schaffen es in Führungspositionen. Darauf hat Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin, in einem Vortrag am Universitätsklinikum Regensburg verwiesen. Zwar seien fast 70 Prozent der Studienanfänger in der Medizin weiblich, doch die weitere akademische Laufbahn zwischen Männern und Frauen zeige große Unterschiede.
„In der Medizin gibt es nur wenige Frauen in Führungspositionen sowie mit Habilitationen“, so Allmendinger. Obwohl fast so viele Frauen wie Männer am Arbeitsmarkt beschäftigt seien, arbeiteten sie meistens in Teilzeit.
„Tatsächlich befinden sich nur etwa halb so viele Frauen wie Männer in einem unbefristeten Vollzeitarbeitsverhältnis, nämlich lediglich 30 Prozent“, erklärte Allmendinger. Im Vergleich mit anderen Berufsgruppen arbeiteten Ärztinnen zwar häufiger in Vollzeit, ein beruflicher Aufstieg bleibe dennoch oft aus.
„Ihre männlichen Kollegen überholen sie auf dem Weg“ sagte die Präsidentin des Wissenschaftszentrums. Allmendinger plädierte für ein Umdenken: „Von einem höheren Frauenanteil könnte auch die Forschung profitieren, indem die weibliche Sicht auf medizinische Fragestellungen hilft, Forschungslücken zu schließen“, sagte die Wissenschaftlerin. © hil/aerzteblatt.de
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