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Ausland · News

02.09.2005
Frankreich: Patienten haben Hausarztsystem noch nicht akzeptiert

Paris - Französische Patienten sind offenbar nicht gewillt, sich bei einem Primärarzt als Stammpatient einzuschreiben, obwohl dies vom Pariser Gesundheitsministerium seit Monaten propagiert wird. Wie aus neuen Zahlen des Gesundheitsministeriums hervor geht, haben sich bislang rund 35 Prozent aller Patienten bei einem Hausarzt angemeldet. Von Juli an müssen Patienten außerdem für viele Facharztbesuche sieben Euro Gebühr bezahlen. Die Gebühr ist immer dann fällig, wenn keine Überweisung vom eigenen Hausarzt vorliegt.

Ziel der Reformen ist es, die Gesundheitsausgaben bis 2007 deutlich zu verringern. Das Defizit im französischen Gesundheitssystem belief sich laut Presseberichten zuletzt auf rund 11,3 Milliarden Euro. Allerdings herrscht Unklarheit, wie groß die geplanten Einsparungen genau sein werden.

Französische Patientenverbände haben die neue Facharztgebühr von sieben Euro pro Besuch heftig kritisiert. Die Berufsverbände der Fachärzte sind ebenfalls mehrheitlich gegen die Reform, konnten sich aber bislang nicht durchsetzen. Viele plädierten dafür, die Reformen zu stoppen und bis zum Jahr 2006 „eine gesundheitspolitische Denkpause“ einzulegen. Das wird vom Pariser Gesundheitsministerium jedoch abgelehnt. Es bestehe dringender Handlungsbedarf, die Kosten in den Griff zu bekommen, sagte eine Sprecherin des Ministeriums vor Journalisten in Paris. /KT



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