Oxford – Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom profitieren von kognitiver Verhaltenstherapie (CBT). Zu diesem Ergebnis kommt ein Review von Cochrane Wissenschaftlern. Die Arbeitsgruppe um Jonathan Price von der University of Oxford untersuchte Daten von 15 Studien zu 1.043 Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom.
Das chronische Erschöpfungssydrom (chronic fatigue syndrome, CFS) ist eine Erkrankung, die plötzlich auftritt und Frauen häufiger betrifft als Männer. Sie kann sehr lange andauern und mit einem hohen Leidensdruck und starken Leistungseinschränkungen einhergehen.
Bisher existiert keine allgemein anerkannte Erklärung für die Genese, was zu einer Vielzahl unterschiedlicher Therapieangebote führt. Die CBT nutzt hierbei psychologische Techniken, um negative Gedanken, welche die Erholung negativ beeinflussen, gegen realistische Alternativen auszubalancieren. Zudem kombiniert die Therapie diese Techniken mit stufenweise angehobenen Aktivitätsleveln.
Die Metaanalyse der Cochraneforscher verglich die Effekte der CBT mit aktuell angebotenen Therapieformen und kommt zu dem Ergebnis, dass die Therapie bei Patienten mit andauernder Behandlung die Symptome effektiver reduziert als andere Behandlungen. „Das Fatigue-Syndrom ist eine sehr belastende Krankheit, die für Patienten wie Therapeuten eine Herausforderung darstellt“, betont Price.
Price weiter: „Zwar ist noch nicht genau klar, was diese Krankheit verursacht und es gibt viele weitere unbeantwortete Fragen, dennoch können wir eindeutig festhalten, dass die kognitive Verhaltenstherapie vielen CFS-Patienten helfen kann.“ Nach Ansicht der Cochraneforscher gilt es nun zu ermitteln, ob eine Kombination der CBT mit anderen Therapieformen bessere Ergebnisse erzielen kann. © hil/aerzteblatt.de
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