Rochester – Eine REM-Schlaf-Verhaltensstörung kann das erste Zeichen einer Synucleinopathie sein. Das Intervall bis zur Manifestation der neurologischen Erkrankung kann nach einer Studie in Neurology (2010, doi:10.1212/WNL.0b013e3181ec7fac) bis zu 50 Jahre dauern.
Die Ablagerung des Proteins alpha-Synuclein ist der gemeinsame Nenner von Morbus Parkinson, der Demenz mit Lewy-Körperchen und der Multisystematrophie. Sie werden deshalb auch als Synucleinopathie bezeichnet. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass einige Erkrankte vorher an einer REM-Schlaf-Verhaltensstörung leiden.
Diese ist ebenso selten wie spektakulär. Da die Relaxation des Muskeltonus während des REM-Schlafs unterbleibt, setzen die Patienten ihre Trauminhalte in ungehemmte Bewegungen um – und verletzen dabei nicht selten sich oder ihre Bettgenossen.
Seit längerem ist bekannt, dass die REM-Schlaf-Verhaltensstörung den neurologischen Störungen um Jahre vorausgeht. Nach einer früheren Studie erkrankt jeder zweite Patient mit einer REM-Schlaf-Verhaltensstörung später an einer neurodegenerativen Störung (Neurology 2009; 72: 1296-300).
In dieser Studie waren die Patienten aber nur über 12 Jahre nachbeobachtet worden. Nach den jetzt vorgestellten Recherchen von Bradley Boeve von der Mayo Clinic in Rochester kann das Intervall bis zu 50 Jahre betragen.
Der Neurologe fand in den Krankenakten 27 Personen, bei denen eine REM-Schlaf-Verhaltensstörung diagnostiziert wurde und die später an einer Synucleinopathie erkrankten. Ob eine frühzeitige Therapie den Ausbruch der Erkrankung verhindern kann ist unbekannt.
© rme/aerzteblatt.de
Weitere News
|
Archiv
» Mai 2010
» Mai 2009
» Mai 2008
» Mai 2007
» Mai 2006
|